Thorsten Kirmes

Mein perfekter Tag.
THORSTEN KIRMES, MANAGING DIRECTOR BEI KIRMES

…beginnt für mich schon vor dem Sonnenaufgang. Wach werden. Ganz ohne Wecker. Das ist wie ein Vorsprung auf den Tag. Die Ruhe vor dem Sturm. Zeit, die Gedanken zu sortieren.

Im Morgengrauen schimmert das Panorama der Santa Monica Mountains. Eine frische Brise kommt vom Meer. Nur ein paar Augenblicke noch, dann werden die Berge von der aufgehenden Sonne in unvergleichliche Rottöne getaucht. Der Tag beginnt. Ich bin ein Teil davon.

Hier oben. Auf der Brown Latigo Road. Drei kurze Tage durfte ich dieses Haus auf der Spitze eines Berges in der Nähe Malibus mein „Heim“ nennen und wie unvergleichlich war es dort, über den Wolken die Sonne aufgehen zu sehen. Dieses Gefühl, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf das Gesicht treffen und man mit geschlossenen Augen die Stille des Morgens genießt, gehört für mich ganz sicher zu einem perfekten Tag.

Der Duft von Orangen- und Zitrusbäumen gepaart mit dem warmen Aroma des frisch gebrühten Espresso geleitet mich vom Balkon des Schlafzimmers in die schlichte Bauhausküche.  Mit einer eiskalten Flasche San Pellegrino balanciere ich Espresso und Mineralwasser gemeinsam mit einem noch ungelesenen Buch in Richtung des bequemen großen cognacfarbenen Clubsessels aus Sattelleder, der monumental vor dem weit geöffneten bodenhohen Fenster thront.

Eine gute halbe Stunde lesen. In der Stille des frühen Morgens die Gedanken des Autors wirken lassen. In den noch frischen, unberührten Seiten blättern und lesen. Inspirationen bekommen, die den Morgen begleiten.

Nach der Lektüre geht es ans Wasser. Raus an die Luft, in den frischen Sommermorgen und den Sonnenaufgang. Am Will Rogers State Beach spazieren gehen. Ungestört. Nur das Rauschen der Wellen und die Pelikane, die sich hin und wieder in die kräuselnde See stürzen. Den Strand entlang. Barfuß. Den Sand zwischen den Zehen spüren und die Gedanken schweifen lassen.

Ob es hiernach ins Urth Cafe, zu dem weltbesten Orangensaft, einzigartigen Muffins und grandiosem Cappucino geht oder, ob vielleicht doch abgeschieden, edel und elegant in der Polo Lounge in Beverly Hills die Eggs Benedict mit einem Espresso und absolut herausragendem Service den morgen einläuten, entscheide ich spontan.

Frühstücken. Am liebsten mit der FT Weekend, gespickt mit spannenden Interviewpartnern. „Lunch with the FT“ mit Sean Penn, Ray Kurzweil oder Russel Brand lassen mich alles andere vergessen. Fast. Noch einen Espresso bevor ich weiter blättere. Zeitung ausgelesen, zurück lehnen und auf in den Tag.

Gemeinsam mit einem visionären Unternehmer den Highway One in Richtung San Diego fahren. Von Menschen wie Shep Gordon, David Geffen, Michael Ovitz, Ron Meyer oder Richard Branson lernen. Aus der Erfahrung und dem Handeln, die Dinge ableiten, die einen guten Unternehmer ausmachen. Und Fragen. Warum und weshalb? Was treibt diesen Menschen an? Das Ganze in einem 62er Lincoln Continental Convertible am Pazifik entlanggleitend. Ohne Stau natürlich – selbstredend.

Gegen Mittag: Kontrastprogramm. Raus aus der Welt der Schönen und Reichen. Rein in Lebensgefühl und Authentizität. Nach Köln. Rheinland ist Heimat. Gemeinsam mit den Kollegen auf ein Mittagessen ins Brauhaus. „Päffgen“ natürlich. In der Friesenstraße. Seit 1883 gibt es hier das beste Kölsch der Stadt. Im Biergarten schützen mächtige Bäume vor der Mittagssonne und das frisch gezapfte Obergärige kühlt den Körper von innen und belebt den Geist. Zumindest bei den ersten Fünf. Dazu Hausmannskost und kölsche Spezialitäten. Hier kann man´s aushalten. Ein letztes Kölsch und mit einem flotten Spruch vom Köbes verabschiedet, durch die große hölzerne Tür raus auf die Straße.

Ein kleiner Mittagsschlaf. Nicht lange. Nur zehn oder fünfzehn Minuten.
Im Garten meines Elternhauses. Einfach ins Gras legen, den Blick in den blauen Himmel gerichtet und der einen oder anderen Wolke nachschauen. Augen schließen und wegdösen.

Augen auf und weiter. Neues entdecken.
Irgendwo auf den Dächern der Großstadt. Gemeinsam mit Freunden.
Berlin. Chicago. Los Angeles. London.
Neue Musik hören und lieben. Einfach wissen, dass es DAS ist.
Nach den ersten Takten Fan sein. Jemanden treffen, der es schafft, mit einfachen Melodien und Geschichten Menschen zu berühren.
Einfach gute Musik erleben. Musik, die Fremde in diesem Moment zu einer Gemeinschaft wachsen lässt und allen ein Lachen auf das Gesicht zaubert.

Sobald die Sonne die Dächer der Stadt in ein abendliches Licht taucht, geht es weiter. Ab zum Hotel. Es darf gerne klassisch modern sein. Das Langham Chicago oder das Ritz Carlton, gespickt mit der  modernen Attitüde des Sunset Marquis unterhalb des Sunset Boulevards.

Gemeinsam mit Freunden und Familie hier absteigen. Die Begeisterung über den Service, die Lage und die Aussicht teilen. Und gemeinsame Erlebnisse schaffen.
Schnell frisch machen, umziehen und weiter zum Abendessen. Dieses Mal in Abendgarderobe. Das kleine Schwarze.
Zum Essen geht´s in ein gediegenes Lokal direkt am See oder über den Dächern der Stadt. Natürlich fußläufig zum Hotel gelegen. Das Ambiente von „Morton´s Steakhouse“ auf der Dachterasse des Hotel de Rome in Berlin vielleicht? Ein beschwingter Abend mit inspirierenden Gesprächen, hervorragender Küche, die keine Wünsche offen lässt. So sehr ich die einfachen Dinge schätze, so sehr liebe ich exquisite Küche. Hausgemachte Pasta mit Perigord-Trüffel, ein gereiftes Rinderfilet von der Morgan Ranch in Nebraska , abschließend eine Cassata alla Siciliana und eine kleine, feien Auswahl an Rohmilchkäse. Begleitet von erlesenen Weinen. Einleitend ein Cloudy Bay zur Pasta oder einen Penfolds Grange, der den Fleischgeschmack abrundet.

Den Espresso nach dem Essen gibt´s parallel zum Digestif. Gerne in der angeschlossene Bar. In tiefen dunkelbraunen Ledersesseln eine Davidoff No.1  begleitet von einem Tanqueray Malacca & Fever Tree Mediteranean mit reichlich Eis genießen.  Plüschig, gemütlich fast altbacken.  In diesem Ambiente, mit Freunden und Familie noch einmal dem unvergleichlichen Paul Kuhn am Grand Piano lauschen. Von der Musik verzaubern lassen. In Gedanken schwelgen. Tony Bennet zuhören und beim nächsten Drink an der Bar mit Frank Sinatra plaudern.  Gretje Kauffeld erleben und an die guten Dinge denken. An die Erfahrungen. Mit Freunden über alte Zeiten reden und über die ganzen Dinge die noch vor uns liegen. Pläne schmieden.

Luft schnappen auf der Dachterasse. Die Sonne ist untergegangen und erlaubt nun einen wunderschönen Blick über die Lichter der Stadt, im Hintergrund leise „My Kinda Town“. Anschließend, begleitet von „Strangers in the night“ trete ich langsam den Rückzug an.

Ich falle ins weiche übergroße Bett, blicke nochmals auf das unendlich scheinende Lichtermeer und höre noch entfernt das Piano bevor ich langsam einschlafe – um morgen mit dem ersten Sonnenstrahl aufzustehen.

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